Wurzen fühlt sich dreckig, doch nicht wegen uns?!

Es ist dem “ehrverletzenden Antifa-Aufmarsch” zu verdanken, dass Wurzen gegen die Fremden von außerhalb (auch “Terror-Touristen” genannt) “zusammenrückt”. Das ganze nicht ohne Folgen, Heimatgefühle wurden aktiviert und die Stadt und deren BürgerInnen möchten sich laut Wulf Skaun nun politisch rein halten, so wird seit langem wieder ein “Dreck-weg-Tag” durchgeführt um die Stadt zu putzen und noch “schöner, attraktiver und sauberer” zu machen und das ganze nach 4 Jahren. Denn das Putzen war schon lange Tradition, nur 2005 war Schluss, wegen mangelnder Resonanz, schon komisch, bei den ganzen aktiven BürgerInnen, die doch so viel für ihre Stadt machen und auch gerade politisch engagiert sind. Gut die Naziaufkleber waren schon lange kein Problem mehr, waren sie doch von guten Deutschen mit ehrhaften Zielen, da kann mensch das mit der bekanntlich “deutschen Ordnung und Sauberkeit” auch mal nicht ganz so genau nehmen. Aber jetzt wo nach diesem widerlichen “Antifa-Aufmarsch” die Stadt dermaßen verschandelt wurde, fällt auch der ganze andere “Dreck” stärker ins Auge als die letzten Jahre. Gut, dass der Stadt und seinen BürgerInnen dadurch jetzt wieder die “Lust auf ein Gemeinschaftserlebnis”gekommen ist und sie gleich gemeinsam den “Dreck” bekämpfen wollen. Ob da wohl auch die guten Deutschen dabei sein werden, die sonst für “Dreck“ sorgen? Naja ist ja auch nicht so schlimm, gehören sie doch dazu, genauso wie ihre schönen Aufkleber. Da kann Mensch nur hoffen,dass an dem Tag nichts Fremdes in der Stadt unterwegs ist, könnte ja passieren, dass es als “Dreck” auch gleich bereinigt wird, denn die Stadt soll “rein und sauber “ sein. Da fällt einem eigentlich nur noch eines ein, ich kann gar nicht so viel fressen …

Wer sich gerne selber über die Vorstellung und Ansichten informieren möchte, sei hiermit noch mal auf unsern Bereich “Presse nach der Demo” verwiesen.

Hier der Text und Standpunkt zum “Dreck-weg- Tag” in Wurzen

LVZ 28.3

Viele Besen kehren gut

Von Wulf Skaun

Standpunkt

Der von vielen als ehrverletzend erlebte Antifa-Aufmarsch am 22. März hat die Wurzener offensichtlich zusammenrücken lassen. Das Redaktionstelefon klingelte heiß, und viele der aufgebrachten Stimmen ließen auch ihre Verbundenheit mit ihrer Heimatstadt erkennen und dass man, ungestört von ungebetenen, weil unkooperativen Kräften von außerhalb, auch weiterhin aktiv gegen Fremdenfeindlichkeit und Neonazismus vorgehen werde. Manche Botschaft vermittelte auch Wunsch und Bereitschaft, Wurzen für sich und gern gesehene Gäste noch attraktiver, schöner und sauberer zu machen. Wurzen politisch rein zu halten, ist eine ständige Aufgabe und Herausforderung für alle. Den wortwörtlichen Dreck aber mit dem Frühjahrsputz auszukehren, dem dient eine punktuelle Gemeinschaftsaktion. Am 4. April haben alle Bürger die Gelegenheit, schönen Worten handfeste Taten für ein fabelhaft sauberes Wurzen folgen zu lassen. Viele Besen kehren gut.

Wieder ein Dreck-weg-Tag
Wurzener Rathaus ruft alle Bürger zum öffentlichen Frühjahrsputz auf

Wurzen. 2005 war Schluss mit dem obligatorischen Frühjahrsputz der Stadt. Irgendwie fanden die Pläne des Rathauses für mehr Effektivität und größere bürgerschaftliche Bereitschaft nicht die erwartete Resonanz. 2009 soll aber wieder an die gute alte Tradition angeknüpft werden.
„Sonnabend, 4. April, ist Dreck-weg-Tag“, kündigen Kulturbetriebsleiterin Bettina Kretzschmar und Baubetriebshofleiter Steffen Horn bei einem Pressegespräch das erneute General-Saubermachen in Wurzen an. Von 9 bis 12 Uhr sollen möglichst viele Einwohner der Stadt Wurzen und der dazugehörigen Ortsteile zu Besen, Harke, Plastiksack und Eimer greifen, um den Winterdreck aus den Schmuddelecken zu kehren und ihren Heimatort auf Straßen und Plätzen, Wegen und Grünflächen frühlingsfein zu machen. „Wir setzen darauf, dass die Bürger nach dem Prinzip ,Jeder kehre vor seiner eigenen Tür‘ zunächst das eigene Wohn- und Geschäftsumfeld in Ordnung bringen. Wer dann noch überschüssige Puste und Lust auf ein Gemeinschaftserlebnis hat, kann gern auf den Markt kommen. Das gilt freilich auch für alle jene, die kein eigenes ,Pflegefeld‘ oder die Möglichkeit haben, direkt vor ihrer Haustür, in ihrer Straße oder auf vorhandenen Grünflächen Hand anzulegen“, rührt Bettina Kretzschmar kräftig die Mach-mit-Trommel. Schulen, Kitas, Vereine und Einrichtungen seien aufgerufen, sich an der Anti-Schmutzkampagne zu beteiligen. Bauhofleiter Steffen Hunger ergänzt: „Wir stehen auch auf dem Marktplatz mit Einsatzplänen und Gerätschaften bereit. Wer sich aber schon zuvor sein Säuberungswerkzeug bei uns organisieren möchte, kann das unter Telefonnummer 90 16 34 oder 90 16 35 gern tun.“ Im Übrigen sei auch der Baubetriebshof am 4. April besetzt und könne für den Abtransport von eingesammeltem Müll und Unrat angefordert werden. „In früheren Jahren hatte dieser Service zu falschen Schlüssen geführt. Deshalb sage ich es ganz deutlich: Wir entsorgen keine Elektrogeräte, Altreifen, Sperrmüll und dergleichen kostenfrei. Unsere gemeinsame Aufgabe am 4. April ist es, auch die Ecken mit Winterdreck aufzuspüren und zu beseitigen, die bei der regelmäßigen Stadtreinigung noch übrig geblieben sind.“ Oberbürgermeister Jörg Röglin und Kulturbetriebsleiterin Bettina Kretzschmar wollen übrigens im Doppelpack ihre Handschrift hinterlassen. Gemeinsam werden sie die Pergola hinter dem Alten Rathaus lasieren. Damit die Freude über die geleistete gemeinsame Aufräumarbeit auch gleich in geselliger Runde miteinander geteilt werden kann, habe Oberbürgermeister Jörg Röglin einen zweiten Aktionsschritt initiiert. „Er lädt alle fleißigen Helfer ab 12 Uhr auf den Markt ein, um sich mit ihnen in lockerer Atmosphäre auszutauschen“, macht Bettina Kretzschmar auf die auf größere Bürgernähe zielende Intention des Rathauschefs aufmerksam. Bei Bier und Rostern zum kleinen Preis könne man auch das Kapitel sauberes Wurzen noch in mehrerer Hinsicht diskutieren.
Wulf Skaun